Was kostet ein KI-Workshop für Unternehmen?
Die Spanne ist groß, weil unter demselben Wort sehr verschiedene Dinge verkauft werden. Was den Preis treibt, woran Sie einen brauchbaren Workshop erkennen und ab wann er sich rechnet.
Was den Preis tatsächlich treibt
Nicht die Zahl der Folien, sondern der Aufwand vor und nach dem Termin:
- Vorbereitung auf Ihr Haus. Wer vorher erhebt, welche Aufgaben bei Ihnen Zeit fressen, hat Arbeit investiert, bevor der Tag beginnt. Ein Standardprogramm hat diese Kosten nicht — und entsprechend weniger Wirkung.
- Vorbereitete Zugänge. Wird am Workshoptag noch Software installiert und werden Konten angelegt, geht der halbe Vormittag dafür drauf. Sie zahlen dann einen Tagessatz für Einrichtungsarbeit.
- Teilnehmerzahl. Bis etwa acht Personen lässt sich an echten Aufgaben arbeiten. Darüber wird es eine Vorführung — was in Ordnung sein kann, aber anders bepreist gehört.
- Was danach passiert. Handout, Zugänge zum Behalten, eine Ansprechperson für die ersten Wochen. Ohne das versandet der Effekt binnen eines Monats.
Woran Sie einen brauchbaren Workshop erkennen
Drei Fragen vor der Buchung — die Antworten trennen zuverlässig:
„Was machen Sie vor dem Termin?"
Lautet die Antwort „Wir schicken Ihnen die Agenda", bekommen Sie ein Standardprogramm. Gut ist, wenn vorher erhoben wird, was Ihre Leute den ganzen Tag tun und wo Zeit verloren geht.
„Woran arbeiten wir konkret?"
An echten Vorgängen aus Ihrem Haus — Angeboten, Kundenanfragen, Auswertungen — oder an Beispieldaten? Nur im ersten Fall ist das Ergebnis am nächsten Tag verwendbar.
„Was habe ich danach in der Hand?"
Ein Fotoprotokoll vom Whiteboard ist kein Ergebnis. Zugänge, die weiterlaufen, eine schriftliche Anleitung für die ersten Schritte und ein dokumentierter Kompetenzstand schon.
Der Punkt, den kaum jemand anspricht
Ein Workshop rechnet sich nur, wenn die gesparte Zeit hinterher für etwas anderes verwendet wird. Sparen fünf Mitarbeitende je zwei Stunden pro Woche und liegt der interne Stundensatz bei 50 EUR, sind das rund 500 EUR pro Woche — der Tag hat sich nach etwa fünf Wochen bezahlt. Diese Rechnung ist aber nur echt, wenn in den frei gewordenen Stunden tatsächlich etwas passiert. Sonst haben Sie angenehmeres Arbeiten gekauft, nicht mehr Ertrag. Das ist in Ordnung — man sollte es nur vorher wissen.
Und die Pflicht?
Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Artikel 4 der KI-Verordnung von Unternehmen, die KI einsetzen, ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz bei den Menschen, die damit arbeiten. Das ist kein Grund, einen Workshop zu buchen — aber ein guter Anlass, es nicht weiter aufzuschieben. Was dahintersteckt, steht im Beitrag zur KI-Kompetenzpflicht nach Artikel 4.